Kinderbetreuung durch die Großeltern: Fahrtkosten als Sonderausgaben geltend machen

Wenn die Eltern den Großeltern die Fahrtkosten für die Kinderbetreuung ersetzen, dann können diese Aufwendungen unter bestimmten Voraussetzung als Sonderausgaben bei den Eltern geltend gemacht werden. Dies betrifft gerade in der heutigen Zeit immer mehr Familien, da die Eltern inzwischen bereits „kurze Zeit“ nach der Geburt bereits wieder in die Erwerbstätigkeit einsteigen und es aufgrund von teilweise wenig flexiblen Kita-Zeiten zu Kollisionen mit der Arbeitszeit kommen kann. Hier springen dann die Großeltern ein und übernehmen die Betreuung.

Voraussetzungen gemäß der Entscheidung des FG Nürnberg vom 30.5.2018
Diese Voraussetzungen sind im Wesentlichen, dass der Betreuung eine klare und eindeutige Vereinbarung zugrunde liegt, die zivilrechtlich wirksam zustande gekommen ist, inhaltlich dem zwischen fremden Dritten entspricht und tatsächlich so durchgeführt wird.

Nur so wird den Anforderungen an die Anerkennung von Verträgen zwischen nahen Angehörigen Rechnung getragen und die Aufwendungen können als Sonderausgaben geltend gemacht werden.
Hierbei ist unbeachtlich, wenn die eigentlichen Betreuungsleistungen unentgeltlich erbracht werden und lediglich die Fahrtkosten ersetzt werden.

Hinweis
Hinsichtlich der Betreuungszeiten sollte in der schriftlichen Vereinbarung wenigstens eine bloße Rahmenvereinbarung abgeschlossen werden. Es ist nicht notwendig, bestimmte Tage zu benennen. Nach der Entscheidung reicht es nicht aus, dass die Großeltern die Kinder lediglich „ ab und zu, zu sich holen“, da hiermit keine Rahmen vorgegeben wird und es an einer verlässlichen Regelung fehlt.

Ein weiterer Aspekt betrifft die zeitnahe Erstattung der Aufwendungen an die Großeltern. So sollten die Aufwendungen in dem Jahr erstattet werden, in dem sie auch angefallen sind.

22.11.2018 Timo Leusing, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater