Verpflichtender Zuschuss des Arbeitgebers bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) ab 2019 – Förderbetrag für Geringverdiener

Arbeitnehmer haben seit dem 1. Januar 2002 einen Rechtsanspruch auf bAV durch Entgeltumwandlung. Grundsätzlich steht damit jeder Arbeitgeber in der Pflicht, dem Wunsch nach Entgeltumwandlung nachzukommen.

Ab dem 01.01.2019 muss der Arbeitgeber 15 Prozent des umgewandelten Entgelts zusätzlich als Arbeitgeberzuschuss an den Pensionsfonds, die Pensionskasse oder die Direktversicherung weiterleiten, soweit er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart. Diese Regelung gilt für alle ab 2019 abgeschlossenen Entgeltumwandlungsvereinbarungen. Für bestehende Entgeltumwandlungsvereinbarungen ist der Zuschuss erst ab 2022 zu zahlen.

Für diesen ab 2019 verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss gibt es bereits seit dem 01.01.2018 ein Fördermodell für Arbeitnehmer mit geringerem Einkommen – den bAV-Förderbetrag:

Arbeitgeber erhalten hierbei einen direkten Steuerzuschuss in Höhe von 30%, wenn sie Mitarbeitern mit einem monatlichen Verdienst von nicht mehr als 2.200 € (oder 26.400 € jährlich) eine bAV anbieten. Nicht zu berücksichtigen sind Lohnbestandteile wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Abfindungen, Gratifikationen, Jubiläumszuwendungen und steuerfreie Lohnteile. Weitere Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer im ersten Dienstverhältnis steht, d.h. er lohnsteuerlich mit der Steuerklasse I bis V abgerechnet wird.

Der Förderbetrag wird dem Arbeitgeber im Wege der Verrechnung mit der von ihm abzuführenden Lohnsteuer gewährt, grundsätzlich für den Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum, dem der jeweilige Beitrag des Arbeitgebers gezahlt worden ist.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels kann das Instrument der bAV mit einem steuerfreien Arbeitgeberzuschuss auch zur Bindung der Arbeitnehmer beitragen, denn zum Kreis der förderberechtigten Personen zählen z.B. auch Auszubildende, Teilzeitbeschäftigte und geringfügig Beschäftigte.

Sie möchten den bAV-Förderbetrag in Anspruch nehmen oder haben Fragen zur bAV? Wir stehen Ihnen gerne beratend zur Seite.

18.12.2018 Vivien Tibel, Steuerberaterin