Steuererklärung 2018 – Neue Abgabefristen und Konsequenzen bei Nichteinhaltung

Die allgemeine Steuererklärungsfrist für alle Steuerpflichtigen, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, wird von fünf auf sieben Monate verlängert. Bislang musste zum Beispiel die private Einkommensteuererklärung grundsätzlich bis zum 31. Mai des Folgejahres abgegeben werden. Für die Steuererklärung 2018 und Folgejahre ist die Abgabefrist somit auf den 31. Juli verlängert.

Für Steuerpflichtige, die ihre Steuererklärung durch einen Angehörigen der rechts- und steuerberatenden Berufe erstellen lassen, verschiebt sich die Abgabefrist vom 31. Dezember des Folgejahres auf den 28. bzw. 29. Februar des übernächsten Jahres.

Bislang führte eine Überschreitung der Abgabefristen nicht zwangsweise zu steuerlichen Sanktionen, die Festsetzung eines optionalen Verspätungszuschlags bei wiederholt verspäteter Abgabe lag im Ermessen des Finanzamtes. Ab 2018 ist die Festsetzung des Verspätungszuschlags in gewissen Fällen gesetzlich vorgeschrieben.

Der Verspätungszuschlag beträgt für Jahressteuererklärungen 0,25% der festgesetzten Steuer, mindestens aber 25 Euro für jeden angefangenen Monat der eingetretenen Verspätung. Der von der Finanzverwaltung festzusetzende Höchstbetrag für einen Verspätungszuschlag ist auf EUR 25.000 begrenzt.
Kann die Abgabefrist aus einem wichtigen Grund nicht eingehalten werden, kann ein Antrag auf Fristverlängerung gestellt werden. Diese ist allerdings nur in Ausnahmefällen zu gewähren.
Wer etwa ohne eigenes Verschulden seine Steuererklärung nicht fristgerecht einreichen kann, etwa wegen eines Krankenhausaufenthalts, der muss keine Strafe befürchten. In solchen Fällen legt das Finanzamt einen neuen Abgabetermin fest.

Ein abschließender Hinweis: Die neuen Abgabefristen und damit verbundenen Konsequenzen gelten nur für Steuerpflichtige, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind! Freiwillige Antragsveranlagungen können weiterhin bis zu vier Jahre nach Ablauf des jeweiligen Steuerjahres eingereicht werden.

19.02.2019 Vivien Tiebel, Steuerberaterin