BFH zu Sky-Bundesliga-Abo als Werbungskosten

Ein hauptamtlicher Torwarttrainer hat die Kosten für das Sky-Bundesliga-Paket als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend gemacht. Seine Begründung: Aus diesen Spielen gewinne er wertvolle Erkenntnisse für seine Arbeit.Das Finanzamt und das Finanzgericht waren aber der Meinung, Bundesliga auf Sky zu schauen sei stets Privatvergnügen.

Der Trainer gab sich damit nicht zufrieden und zog vor den Bundesfinanzhof, wo er viel Verständnis erntete.
Die obersten Finanzrichter hielten es zumindest für nicht ausgeschlossen, dass der Torwarttrainer eines Lizenzspielervereins das Paket Bundesliga überwiegend beruflich nutzt. Selbst wenn das Schauen der Spiele von Bayern München,Schalke 04 und Co. in geringem Maße auch privat veranlasst sei, seien die Ausgaben absetzbar (BFH-Urteil vom 16.01.2019 -VI-R-24/16).

Damit hat der Trainer noch nicht gewonnen. Der BFH wies den Fall zurück an das Finanzgericht. Die Richter dort müssen nun prüfen, ob der Kläger das Sky-Paket tatsächlich überwiegend beruflich nutzt. Der BFH hat zur Ermittlung übrigens die Vernehmung von Trainerkollegen und Spielern angeregt – die dadurch vielleicht auch auf die Idee kommen, ihr Sky-Abo steuerlich abzusetzen...

Wir sind jedenfalls gespannt, wie es in diesem Fall weitergeht.

30.05.2019 Andreas Liedmeyer, Wirtschaftsprüfer/Steuerberater