„Junggesellenregelung“ beim Fahrzeug-Eigenverbrauch

Sonderstellung bei der privaten Pkw-Nutzung für Unternehmer als Single gehört der Vergangenheit an

Es war möglich, mehrere Fahrzeuge im Betriebsvermögen zu halten, die Kosten abzusetzen und nur für das teuerste Fahrzeug den Eigenverbrauch mit der 1-%-Methode zu versteuern. Diese Regelung wurde als „Junggesellenregelung“ tituliert. Möglich war dies, wenn der Unternehmer einen Singlehaushalt führte, in dem keine weitere führerscheinbesitzende Person mitwohnte.

Entscheidung des BFH: Für jedes betriebliche Fahrzeug ist die 1-%-Regelung anzuwenden
Nun hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 24.5.2019 die noch immer diskutierte Auffassung der Junggesellenregelung endgültig verworfen. Hiernach muss für jedes im Betrieb befindliche Fahrzeug die 1-%-Regelung angewandt werden.

Sind im Betriebsvermögen des Unternehmers beispielsweise 3 Fahrzeuge (für Geschäftstermine) der oberen Mittelklasse von diversen Herstellern enthalten und befindet sich im Privatvermögen kein weiteres Fahrzeug, so hat der Unternehmen für jedes im Betriebsvermögen befindliche Fahrzeug die 1%-Methode anzuwenden.

Ausnahme
Eine Ausnahme hierzu besteht aber noch. Diese wird auch von der Verwaltung weiterhin angewendet (BMF, Schreiben v. 4.4.2018 IV C 5 – S 2334/18/10001, BStBl 2018 I, S. 592, RZ 22).
Die Ausnahme gilt dann, wenn ein nahezu gleichwertiges Fahrzeug im Privatvermögen existiert und die Nutzung des betrieblichen Fahrzeugs für Privatzwecke nahezu ausgeschlossen ist. In diesem Fall muss nur für das Betriebsfahrzeug ein Eigenverbrauch versteuert werden, wenn bei den anderen (betrieblichen Fahrzeugen) eine Privatnutzung nahezu ausgeschlossen ist. Das Privatnutzungsverbot sollte aber arbeitsvertraglich abgesichert sein.
Auch sollten die Laufleistungen der weiteren, im Betriebsvermögen befindlichen, PKWs mit der betrieblichen Nutzung im Verhältnis stehen.

08.11.2019 Timo Leusing , Wirtschaftsprüfer/Steuerberater